Frank Elstner

Frank Elstner ist seit 2020 Botschafter und Mitglied im Stiftungsrat der Parkinson Stiftung. Damals lag seine eigene Parkinson-Diagnose gerade ein Jahr zurück. Im Interview berichtet er, wie die Idee zu einem gemeinsamen Buch mit Prof. Dr. Jens Volkmann entstanden ist, welche Bedeutung der Sport für ihn hat und was er Menschen mit auf den Weg gibt, die aktuell eine Parkinson-Diagnose erhalten haben.

Frank Elster beim Sporttraining für Menschen mit Parkinson

Oft ist es nur eine Floskel, doch die Frage ist ernst gemeint: Herr Elstner, wie geht es Ihnen?

Da sage ich kurz und bündig: Danke, es geht mir gut.

2019 haben Sie Ihre Parkinson-Diagnose erhalten. Wie ging es Ihnen damals?

Damals lagen zwei oder drei Jahre hinter mir, in denen ich zahlreiche Arzttermine hatte. Doch niemand konnte mir sagen, was die Ursache meiner damaligen Symptome war. Selbst als ich gefragt habe, ob es denn Parkinson sein könne, hieß es: „Nein, auf gar keinen Fall.“ Aber dann kam der Tag, als mir ein Professor doch bestätigte, dass es sich um einen eindeutigen Parkinson-Befund handelt. Von diesem Zeitpunkt an hat sich mein Leben drastisch verändert.

Was war Ihre erste Reaktion nach der Diagnose?

Ich bin ein neugieriger Mensch. Deshalb habe ich erstmal alles zum Thema Parkinson gelesen, was ich finden konnte. So wurde ich auf Professor Jens Volkmann aus Würzburg aufmerksam, der als Neurologe zur Parkinson-Krankheit forscht. Aus unseren Gesprächen zwischen Arzt und Patient wuchs schnell die Idee, unseren Frage-Antwort-Dialog auch anderen zur Verfügung zu stellen: als Buch. Genau so kam es: Ich habe die Fragen gestellt, und Professor Volkmann hat geantwortet. Der Erfolg des Buches und die mediale Aufmerksamkeit lagen vielleicht gerade in dieser Grundidee eines Dialogs auf Augenhöhe. Ich kann alle Betroffenen nur ermuntern: Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, stellen Sie auch vermeintlich einfache Fragen.

„Kraft und Motivation schöpfen“

Nach dem Buchprojekt folgte dann bald die Gründung der Parkinson Stiftung.

Richtig. Als ich von Professor Volkmanns Idee hörte, eine Stiftung zu gründen, habe ich ihm gerne meine Unterstützung zugesagt: „Wenn ich helfen kann, bin ich dabei!“ Und das gilt bis heute. So habe ich gerne die Funktion des Botschafters der Parkinson Stiftung übernommen. Gemeinsam wollen wir Menschen animieren, für den Kampf gegen Parkinson zu spenden: Jeder Euro zählt! Das Team der Parkinson Stiftung leistet eine wichtige Arbeit: Es informiert und nimmt Ängste.

Die Parkinson Stiftung unterstützt unterschiedliche Projekte und Initiativen. Wo sehen Sie gerade Ihre Schwerpunkte?

An erster Stelle steht für mich der Sport. Ich habe mich jahrelang um den Breitensport in Deutschland gekümmert, unter anderem auch als Beauftragter des Präsidiums des Deutschen Sportbundes. Manche erinnern sich vielleicht noch an die Trimm-dich-Pfade, die seit den 1970er-Jahren entstanden sind. Außerdem wurden viele Tischtennisplatten aufgestellt, um Menschen zum Sport zu animieren, ohne dass man Geld dafür bezahlen muss. Sport war immer mein Thema – und das ist es auch mit Blick auf Parkinson. Sport hilft, das Fortschreiten von Parkinson zu verlangsamen.

Welche Sportarten sind dazu besonders geeignet?

Inzwischen werden in erfreulich vielen Sportarten eigene Parkinson-Programme angeboten. Aber vor allem zu nennen sind Tischtennis, Boxen und Nordic Walking. In diesen Bewegungssportarten lassen sich Trainings besonders gut an die Möglichkeiten von Menschen mit Parkinson anpassen. Durchaus etwas langsamer, etwas einfacher, aber regelmäßig. Denn das Geheimnis liegt in der Regelmäßigkeit.

Wie sieht Ihr eigenes Sportprogramm aus?

Boxen macht mir sehr viel Spaß. Meine Frau hat mir sogar einen Boxsack zu Weihnachten geschenkt, mit dem ich zu Hause trainieren kann. Aber auch Tischtennis gehört fest zu meinem Programm. Ich bin schon seit fast 20 Jahren mit dem Sportwissenschaftler André Inthorn gut bekannt. Er entwickelt modellhafte Sport- und Physioprogramme für Parkinson-Patienten. Davon profitiere ich sehr. Auch wenn sich die Parkinson-Krankheit noch nicht besiegen lässt, mit viel Sport und Bewegung lässt sie sich zumindest beherrschen.

Sie haben sich in den vergangenen sechs Jahren viel zum Thema Parkinson ausgetauscht und sicher viel dazu gelernt. Was geben Sie Menschen mit auf den Weg, die ganz aktuell eine Parkinson-Diagnose erhalten haben?

Das Erste, was ich sage: Sie werden an Parkinson nicht sterben, auch wenn die Diagnose wie eine Keule wirkt. Schieben Sie jedes Selbstmitleid zur Seite. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, nehmen Sie pünktlich Ihre Medikamente ein, machen Sie Sport. Daraus werden Sie Kraft und Motivation schöpfen.