Die Parkinson Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Krankheit Parkinson zu erforschen, eine Verbesserung der Lebensqualität für Patient:innen zu erreichen und letztlich Parkinson heilen zu können. Die Förderung aussichtsreicher Forschungsergebnisse spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Auch für 2025/2026 haben wir wieder drei Preise in den Kategorien präklinische Forschung, klinische Forschung sowie einen Sonderpreis für den Forschungspreis Tremor ausgeschrieben. Mit diesen Preisen möchten wir herausragende Forschungsprojekte und innovative Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Parkinson würdigen und fördern.
Der Preis in der Kategorie präklinische Forschung ist mit 100.000 € dotiert. Grundlagenwissenschaftliche Projekte sind an der Ursachenaufklärung orientiert. Mit dem Preis sollen Forschungsvorhaben prämiert werden, die in Modellsystemen biologische Mechanismen aufklären oder präventive bzw. therapeutische Strategien präklinisch untersuchen.
Das Preisgeld ist als Starthilfe für die Verwirklichung von Schlüsselexperimenten und Projektideen in einem frühen Stadium gedacht, die aufgrund eigener Vorarbeiten aussichtsreich erscheinen, aber für klassische Förderprogramme zu risikoreich wären. Mit dem Preis möchte die Parkinson Stiftung neue Impulse in der Parkinsonforschung setzen. Mit der Kampagne „#Fight Parkinson“ will die Stiftung in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Bedeutung von Sport, Bewegung und übenden Therapien für Menschen mit Parkinson legen. Besonders förderungswürdig waren daher Anträge, die sich mit den Wirkmechanismen, der klinischen Effektivität oder dem präventiven Einsatz von Sport und Bewegungsprogrammen beschäftigen.
PD Dr. med Michael Sommerauer und Dr. rer. nat. Dominic Gosejacob, Universitätsklinik Bonn und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
„Moving Against Inflammation: Physical Activity as Early Intervention in iRBD“
Die Parkinson-Krankheit entwickelt sich über viele Jahre, und lange Zeit, bevor die ersten motorischen Symptome sichtbar werden. Eine Vorstufe der Erkrankung in diesem Zeitraum stellt die sogenannte isolierte REM-Schlaf-Verhaltensstörung dar, bei der Betroffene ihre oftmals aggressiv-gefärbten (Alb)Träume ausleben. Bereits zu diesem Zeitpunkt laufen schädliche Prozesse im Gehirn und Nervensystem, bei denen bestimmte Eiweiße verklumpen und immunologische Entzündungsreaktionen ausgelöst werden. Wir untersuchen, ob regelmäßige körperliche Aktivität bei Personen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung diese entzündlichen Prozesse bremsen kann, um das Gehirn zu schützen und den motorischen sowie geistigen Abbau möglichst vorzubeugen. Dazu nehmen die Personen an einem Handy-App-gestützten Bewegungsprogramm teil und wir nehmen regelmäßig Blutproben, um eine detaillierte Analyse des Immunsystems durchzuführen. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Bewegung das Immunsystem beeinflusst, Marker für ein schnelleres Krankheitsfortschreiten zu erkennen und herauszufinden, welche Betroffene besonders von einem Bewegungsprogramm profitieren.
Seit 2021 vergeben wir alle zwei Jahre den Innovationspreis im Bereich Grundlagenforschung. Ziel ist es, dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Therapien zu leisten und die Basis für weitergehende Forschung zu bereiten.
Besonders förderungswürdig sind daher Ansätze, die bisher akzeptierte Theorien zu den Ursachen der Parkinson Krankheit oder deren Symptomatogenese hinterfragen, neue Hypothesen bearbeiten, innovative Interventionsmöglichkeiten erschließen oder bestehende Leitlinien zur Diagnostik und Therapie entscheidend verändern können.
PD Dr. med. Thomas Köglsperger, LMU München
Investigating the Role of Mucosal miRNA in Parkinson’s Disease Pathology
Dr. Annekatrin König und Prof. Dr. Tiago Fleming Outeiro, Universitätsmedizin Göttingen
Experimentelle Neurodegeneration: Glykierung von alpha-Synuclein als Biomarker
Hinweis zur Vergabe von Fördergeldern
Die Parkinson Stiftung vergibt Fördergelder ausschließlich im Rahmen ihrer offiziellen Ausschreibungen. Nur so können wir die Transparenz und Vergleichbarkeit unserer Förderentscheidungen gewährleisten.
Aktuell gibt es keine offenen Ausschreibungen, aber abonnieren Sie gerne unseren Newsletter und erfahren Sie direkt, wenn weitere Fördermöglichkeiten ausgeschrieben werden.