Die Parkinson Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Krankheit Parkinson zu erforschen, eine Verbesserung der Lebensqualität für Patient:innen zu erreichen und letztlich Parkinson heilen zu können. Die Förderung aussichtsreicher Forschungsergebnisse spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Wir freuen uns sehr, eine neue Ausschreibung für die diesjährigen Innovationspreise bekannt zu geben. Mit diesen Preisen möchten wir herausragende Forschungsprojekte und innovative Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Parkinson würdigen und fördern.
Grundlagenwissenschaftliche Projekte sind an der Ursachenaufklärung orientiert. Der Preis in der Kategorie präklinische Forschung ist mit 100.000 € dotiert. Mit diesem Preis sollen insbesondere Forschungsvorhaben prämiert werden, die sich mit der Rolle der Neuroinflammation bei Morbus Parkinson beschäftigen und deren Bedeutung für die Krankheitsentstehung.
Das Preisgeld ist als Starthilfe für die Verwirklichung von Schlüsselexperimenten und Projektideen in einem frühen Stadium gedacht, die aufgrund eigener Vorarbeiten aussichtsreich erscheinen, aber für klassische Förderprogramme zu risikoreich wären. Mit dem Preis möchte die Parkinson Stiftung neue Impulse in der Parkinsonforschung setzen. Themenschwerpunkte für die Innovationspreise sind daher in diesem Jahr „die Bedeutung zellulärer Immunprozesse bei der Neurodegeneration“ und „digitale Methoden in der Diagnostik und dem Monitoring der Parkinson-Krankheit“. Zusätzlich wird in diesem Jahr erstmalig ein Innovationspreis für Forschung mit dem Ziel der Prävention der Parkinson-Krankheit ausgelobt, der durch eine private und zweckgebundene Zuwendung ermöglicht wird.
Die Hauptantragstellenden sind Wissenschaftler:innen, die in ihrem Forschungsgebiet international führend sind und herausragend veröffentlicht haben. Sie müssen an einer deutschen universitären oder außeruniversitären Forschungseinrichtung oder Universitätsklinik beschäftigt oder mit ihnen assoziiert sein. Mitantragstellende und Kooperationspartner:innen können auch im Ausland tätig sein.
Der wissenschaftliche Beirat der Stiftung wird die Anträge nach dem Innovationspotential, der wissenschaftlichen Begründung und der Aussicht auf erfolgreiche Umsetzung beurteilen. Im formlosen (maximal 10seitigen) Antrag, soll neben Hintergrund, Fragestellung, Methodik und Arbeitsumfeld der Antragstellenden insbesondere auch dargestellt werden, wie das Preisgeld als Anschubförderung für die Verwirklichung der Projektziele eingesetzt werden soll. Der Antrag sollte in englischer Sprache abgefasst sein oder eine ergänzende englische Zusammenfassung beinhalten, da die Parkinson Stiftung ein internationales Gutachtendengremium zu Rate zieht.
Die Bewerbungsfrist endet am 31.05.2026.
Bewerber:innen sind eingeladen ihr Konzept in elektronischer Form mit Lebenslauf und Schriftenverzeichnis bis zum 31.5.2026 einsenden an: innovationspreis@parkinsonstiftung.de
Hier finden Sie die vollständige Ausschreibung unserer Innovationspreise.
PD Dr. med Michael Sommerauer und Dr. rer. nat. Dominic Gosejacob, Universitätsklinik Bonn und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
„Moving Against Inflammation: Physical Activity as Early Intervention in iRBD“
Die Parkinson-Krankheit entwickelt sich über viele Jahre, und lange Zeit, bevor die ersten motorischen Symptome sichtbar werden. Eine Vorstufe der Erkrankung in diesem Zeitraum stellt die sogenannte isolierte REM-Schlaf-Verhaltensstörung dar, bei der Betroffene ihre oftmals aggressiv-gefärbten (Alb)Träume ausleben. Bereits zu diesem Zeitpunkt laufen schädliche Prozesse im Gehirn und Nervensystem, bei denen bestimmte Eiweiße verklumpen und immunologische Entzündungsreaktionen ausgelöst werden. Wir untersuchen, ob regelmäßige körperliche Aktivität bei Personen mit isolierter REM-Schlaf-Verhaltensstörung diese entzündlichen Prozesse bremsen kann, um das Gehirn zu schützen und den motorischen sowie geistigen Abbau möglichst vorzubeugen. Dazu nehmen die Personen an einem Handy-App-gestützten Bewegungsprogramm teil und wir nehmen regelmäßig Blutproben, um eine detaillierte Analyse des Immunsystems durchzuführen. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Bewegung das Immunsystem beeinflusst, Marker für ein schnelleres Krankheitsfortschreiten zu erkennen und herauszufinden, welche Betroffene besonders von einem Bewegungsprogramm profitieren.
Seit 2021 vergeben wir alle zwei Jahre den Innovationspreis im Bereich Grundlagenforschung. Ziel ist es, dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Therapien zu leisten und die Basis für weitergehende Forschung zu bereiten.
Besonders förderungswürdig sind daher Ansätze, die bisher akzeptierte Theorien zu den Ursachen der Parkinson Krankheit oder deren Symptomatogenese hinterfragen, neue Hypothesen bearbeiten, innovative Interventionsmöglichkeiten erschließen oder bestehende Leitlinien zur Diagnostik und Therapie entscheidend verändern können.
PD Dr. med. Thomas Köglsperger, LMU München
Investigating the Role of Mucosal miRNA in Parkinson’s Disease Pathology
Dr. Annekatrin König und Prof. Dr. Tiago Fleming Outeiro, Universitätsmedizin Göttingen
Experimentelle Neurodegeneration: Glykierung von alpha-Synuclein als Biomarker
Hinweis zur Vergabe von Fördergeldern
Die Parkinson Stiftung vergibt Fördergelder ausschließlich im Rahmen ihrer offiziellen Ausschreibungen. Nur so können wir die Transparenz und Vergleichbarkeit unserer Förderentscheidungen gewährleisten.
Wenn Sie Fragen zur aktuellen Ausschreibung haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht unter: innovationspreis@parkinsonstiftung.de