In unserem Glossar befindet sich eine gesammelte Übersicht von Fachbegriffen mit verständlichen Erklärungen. Es funktioniert wie ein kleines Wörterbuch, das gezielt für ein bestimmtes Themengebiet erstellt wurde – die Parkinson-Krankheit.
Alpha-Synuclein ist ein Protein, das hauptsächlich im Gehirn vorkommt und eine Rolle bei der Funktion von Synapsen, also den Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen, spielt. Es ist an der Übertragung von Nervenimpulsen beteiligt, insbesondere durch die Regulation der Freisetzung von Neurotransmittern. Eine Fehlfaltung und Aggregation von Alpha-Synuclein ist ein charakteristisches Merkmal von Krankheiten wie Parkinson und Lewy-Körperchen-Demenz.
steht für ambulante spezialfachärztliche Versorgung (gemäß § 116b SGB V). ASV ist ein spezifisches Versorgungsangebot für Patient:innen mit bestimmten seltenen oder komplexen Krankheiten, mit dem Ziel, deren Versorgung zu verbessern. Hierzu können Krankenhausärzt:innen und niedergelassene Ärzt:innen sektorenübergreifend in interdisziplinären Teams zusammenarbeiten, um gemeinsam und koordiniert die Behandlung der angesprochenen Patient:innen zu übernehmen.
Die Basalganglien, auch Stammganglien genannt, sind eine Gruppe von Kerngebieten im Gehirn, die für die Steuerung von Bewegungen, aber auch für kognitive und limbische Funktionen wichtig sind. Sie arbeiten eng mit der Großhirnrinde, dem Thalamus und anderen Hirnregionen zusammen, um Bewegungen zu initiieren, zu beenden und zu koordinieren.
griech.: langsame Bewegung. Die Bradykinese ist ein obligates „Kardinalsymptom“, ohne dessen Vorhandensein die Diagnose eines Parkinson-Syndroms nicht gestellt werden kann. Typisch für die Bradykinese bei Parkinson ist, dass die Bewegungen verlagsamt und mit immer kleiner werdender Amplitude erfolgen. Dies wird besonders bei längeren Bewegungsfolgen deutlich, zum Beispiel beim Schreiben, Zähneputzen, Kämmen oder Rasieren. Auch das bei Parkinson häufig zu beobachtende, verlangsamte und kleinschrittige Gangbild, häufig begleitet von einem verminderten Mitschwingen der Arme ist Ausdruck der Bradykinese.
Bildgebendes Verfahren des Kopfes, das bei der Parkinson-Diagnose eingesetzt wird, um andere Erkrankungen als Ursache auszuschließen.
Das CBS ist eine neurodegenerative Erkrankung, die sich durch Symptome sowohl der Großhirnrinde (Kortex) als auch der Basalganglien auszeichnet.
Mit nuklearmedizinischen Methoden, zum Beispiel dem SPECT (Single-Photonen-Emissions-Computer-Tomographie) kann der Stoffwechsel von Botenstoffen im Gehirn untersucht werden. Bei der Abklärung einer Parkinson-Symptomatik ist besonders die Dichte der Dopamin-Transporter im Gehirn relevant, welche mit einer FP-CIT-SPECT-Untersuchung (Handelsname DaTSCAN®) sichtbar gemacht werden können. Hierzu werden radioaktive Markersubstanzen (vergleichbar mit einem Kontrastmittel) injiziert, die sich nach kurzer Zeit im Gehirn anreichern. Die Verteilung der Strahlung in den verschiedenen Hirnarealen erlaubt Rückschlüsse auf den Untergang dopamin-produzierender Nervenzellen. Die Untersuchung ist v.a. dann sinnvoll, wenn anhand der körperlichen Untersuchung alleine keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann und beispielsweise beim Vorliegen eines Tremors nicht eindeutig zwischen einem Tremor im Rahmen einer Parkinson-Erkrankung und anderen Tremor-Ursachen unterschieden werden kann.
Ein neurochirurgisches Behandlungsverfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert werden, um durch elektrische Impulse die gestörte Hirnaktivität zu modulieren und Symptome wie Tremor oder Rigor zu lindern.
Disease Management Programme sind strukturierte, koordinierte Behandlungsprogramme für Menschen mit chronischen Krankheiten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Für Parkinson Erkrankte existiert in Deutschland bislang kein DMP. Die Parkinson Stiftung setzt sich für die Einführung eines für die Betroffenen so wichtigen Programms ein.
Dopaminagonisten sind Medikamente, die die Wirkung von Dopamin im Gehirn nachahmen, indem sie an Dopaminrezeptoren binden und diese stimulieren. Sie werden häufig zur Behandlung von Parkinson-Krankheit, Restless-Legs-Syndrom und anderen Erkrankungen eingesetzt, die mit einem Dopaminmangel einhergehen
Dopamin ist ein Neurotransmitter (Botenstoff) im Gehirn und wirkt bei der Entstehung und Übertragung von Bewegungsimpulsen mit. Bei der Parkinson Erkrankung kommt es zu einem Absterben von Dopamin-produzierenden Zellen in einem bestimmten Gehirnareal, der sog. Substantia nigra und damit zu einem Dopamin-Mangel. Die Grundlage der Parkinson-Therapie ist daher der Ausgleich dieses Mangelzustandes durch Zufuhr von Dopaminersatzstoffen mittels verschiedener Medikamente.
Therapieform, die den Alltag unterstützt, etwa beim An- und Auskleiden, Essen, Schreiben oder im Beruf. Ziel ist, Selbstständigkeit und Teilhabe zu fördern. Ziel ist es, die Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe von Betroffenen zu fördern und trotz der Einschränkungen durch die Parkinson-Krankheit eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten.
Obwohl selten, kann eine Erythromelalgie als Begleiterscheinung bei Parkinson auftreten, die sich durch Rötung, Wärme und Schmerzen in den Extremitäten äußert.
Unter dem Exposum versteht man die Gesamtheit aller nicht-genetischen Umwelteinflüsse, denen ein Individuum ausgesetzt ist – von Ernährung und Schadstoffen über Stress bis hin zu sozialen Faktoren. In der Parkinson-Forschung gewinnt das Exposom zunehmend an Bedeutung, da bestimmte Umweltfaktoren als mögliche Auslöser oder Verstärker der Erkrankung diskutiert werden.
Der Begriff leitet sich von dem lateinischen Ausdruck „festinare“ ab, was „sich beeilen“ bedeutet. Im Zusammenhang mit der Parkinson-Erkrankung steht „Festination“ für eine spezielle Problematik des Ganges, welcher durch ein immer schneller werdendes Tempo mit zunehmend nach vorn gebeugtem Oberkörper gekennzeichnet ist. Aufgrund des Tempos und des nach vorne verlagerten Körperschwerpunktes besteht ein hohes Sturzrisiko.
Plötzliche, kurzzeitige Bewegungsblockaden, bei denen Betroffene nicht mehr weitergehen können, obwohl sie es wollen – häufig an Türschwellen oder Engstellen.
Wichtige Hirnstruktur im Bereich der Basalganglien und Zielgebiet der Tiefen Hirnstimulation zur Linderung schwerer Bewegungsstörungen.
Unter diesem Begriff, der im Altgriechischen „Überbewegung“ bedeutet, versteht man jene Über- oder Unruhebewegungen, die für Außenstehende wie „Zappeligkeit“, „Schaukeln“ oder „Nervosität“ aussehen. Gelegentlich kann es auch zu Überbewegungen im Gesicht kommen, die dann wie Grimassen anmuten. Hyperkinesen können bei der Parkinson-Erkrankung als „Überreaktion“ auf bestimmte Medikamente (v.a. Levodopa) auftreten. Sie sind dann in der Regel in Phasen der stärksten Medikamentenwirkung am deutlichsten ausgeprägte und verschwinden mit Nachlassen der Wirkung wieder.
Schlafstörung in der Traumphase, die als Frühsymptom von Parkinson gilt und den motorischen Beschwerden oft um Jahre vorausgeht.
Älterer Fachbegriff für das klassische Parkinson ohne erkennbare äußere Ursache. Heute wird meist die Bezeichnung „Parkinson-Krankheit" bevorzugt.
Britischer Arzt, der die Erkrankung 1817 erstmals unter dem Namen „Schüttellähmung" (paralysis agitans) beschrieb. Nach ihm ist die Krankheit benannt.
Nicht-medikamentöse Therapieform, unter anderem wirksam bei der Behandlung von Impulskontrollstörungen bei Parkinson.
Ein Vorläuferstoff des Dopamins, der im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird. Levodopa ist das wichtigste Medikament in der Behandlung der Parkinson-Krankheit.
Mikroskopisch kleine Proteinablagerungen, die sich in Nervenzellen bilden und das charakteristische Kennzeichen der Parkinson-Krankheit darstellen. Sie bestehen überwiegend aus dem fehlgefalteten Protein Alpha-Synuklein, schädigen die betroffenen Nervenzellen und führen letztlich zu deren Absterben.
Sprach- und Schlucktherapie. Parkinson kann Sprache und Schluckfähigkeit beeinträchtigen, eine logopädische Therapie hilft dabei, Stimme, Artikulation und Atemtechnik zu verbessern. Schauen Sie sich gerne unser Webinar dazu an.
Das Wort steht für Krankheit. In der Medizin wird der Begriff oft verwendet, um eine Krankheit zu benennen, die nach dem Erstbeschreiber benannt ist, wie zum Beispiel bei Morbus Parkinson.
Eine Multicenter-Studie, auch multizentrische Studie, ist eine klinische Studie, die parallel an mehreren Einrichtungen von unterschiedlichen Untersuchern durchgeführt wird.
Behandlungsansatz, der medizinische, psychologische und rehabilitative Maßnahmen kombiniert – z. B. Medikamente, Bewegungstherapie, Ergotherapie und psychosoziale Unterstützung.
Nervenschmerzen, die bei Parkinson vorkommen können und gezielt medikamentös behandelt werden.
Struktur im Zwischenhirn und häufigstes Zielgebiet für die Tiefe Hirnstimulation bei fortgeschrittenem Parkinson.
Wechsel zwischen Phasen guter Beweglichkeit („On“) und starker Bewegungshemmung („Off“) trotz Medikamenteneinnahme, typisch im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf. Lesen Sie mehr dazu auf unserer Themenseite zur Parkinson-Krankheit.
Plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen, der zu Schwindel oder Stürzen führen kann – ein typisches nicht-motorisches Symptom. Mehr zum Thema Kreislaufprobleme finden Sie auf unserer Themenseite.
Gezielte Bewegungsübungen zur Erhaltung der Mobilität, zur Reduktion von Muskelsteifheit und zur Sturzprophylaxe. Ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Behandlung.
ist ein wissenschaftliches Studiendesign, bei dem eine Gruppe eine echte Behandlung erhält und eine andere Gruppe ein Placebo (ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff) bekommt. Die Gruppe, die das Scheinmedikament erhalten hat, dient als Kontrollgruppe.
Prävalenz beschreibt die Häufigkeit einer Krankheit in einer Population. Sie gibt an, welcher Anteil der Bevölkerung betroffen ist.
Unter Inzidenz versteht man die Anzahl neu aufgetretener Krankheitsfälle innerhalb einer Population.
Rigor ist ein lateinischer Ausdruck für »Starrheit« und wird im Zusammenhang der Parkinson-Erkrankung als Bezeichnung für Muskelsteifigkeit verwendet. Von Betroffenen wird dies gelegentlich mit dem Gefühl verglichen, in einer Rüstung oder einem Gipsverband zu stecken. Ein Untersucher bemerkt den Rigor beim Bewegen des betroffenen Armes durch einen erhöhten Widerstand. Ein Rigor der Rumpfmuskulatur kann Ursache für gebeugte Körperhaltung sein, manchmal zeigt sich zudem besonders beim Gehen eine verkrampft angewinkelte Haltung der Arme.
lat.: schwarze Substanz. Gehirnareal mit hohem Anteil an Dopamin, welcher aufgrund eines hohen Anteils an Eisen und Melatonin dunkel gefärbt ist. Bei der Parkinson-Erkrankung kommt es aus nicht endgültig geklärten Gründen zu einem schleichenden Absterben der Zellen in der Substantia nigra und damit zu einer verminderten Bereitstellung von Dopamin. Der Dopaminmangel führt schließlich zu den typischen Parkinson-Symptomen.
Ein neurochirurgisches Behandlungsverfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert werden, um durch elektrische Impulse die gestörte Hirnaktivität zu modulieren und Symptome wie Tremor oder Rigor zu lindern.
Der lateinische Ausdruck Tremor bedeutet Zittern. Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung, dass eine Parkinson-Erkrankung immer mit einem Tremor einhergeht, leiden nur etwa zwei Drittel aller Betroffenen an diesem Symptom. Das Auftreten eines Tremors ist daher nicht mit der Diagnose der Parkinson-Erkrankung gleichzusetzen. Der Parkinson-Tremor tritt ist ein Ruhetremor, der typischerweise beim Beginn einer Willkürbewegung oder beim Wechsel von einer Ruhe- in eine Halteposition abnimmt. Essen und Trinken sind also trotz eines möglicherweise in Ruhe sehr ausgeprägten Tremors oft gut möglich. Häufig ist beim jeder Form von Tremor [ASA1] ein Zusammenhang mit wechselnden emotionalen Zuständen des Betroffenen zu beobachten. Jede Form von Stress (positiv oder negativ), Unruhe, Angst, Aufregung aber auch Konzentration können zu einer Zunahme des Tremors führen.
Standardisierte Bewertungsskala, mit der Ärzt:innen den Schweregrad von Parkinson-Symptomen objektiv einschätzen und vergleichen können.
Form des Parkinsonismus, die durch gefäßbedingte Hirnschäden (z. B. Durchblutungsstörungen) verursacht wird – keine primäre Parkinson-Krankheit.
Schwankungen in der Wirksamkeit der Parkinson-Medikamente. Hieraus ergeben sich teilweise drastische Veränderungen in der Ausprägung der Parkinson-Symptome im Tagesverlauf. Das Wechselspiel zwischen guter und schlechter Beweglichkeit wird hierbei durch die Begriffe ON und OFF verdeutlicht. Mehr dazu finden Sie auf unserer Themenseite.
Typisches klinisches Zeichen des Rigors: Bei passiver Gelenkbewegung durch die Ärztin oder den Arzt ist ein stoßweiser, ruckartiger Widerstand spürbar – wie das Gleiten über Zahnradzähne.

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