Der Weltfrauentag am 08. März macht weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam. Und dennoch gibt es noch immer Bereiche, in denen die Bedürfnisse von Frauen noch nicht ausreichend gesehen oder erforscht wurden. Parkinson gehört dazu. Daher haben wir die Initiative Frauen und Parkinson ins Leben gerufen.
Parkinson ist schon heute keine seltene Erkrankung, in Deutschland sind aktuell rund 400.000 Menschen betroffen, aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahlen in den nächsten 15 Jahren noch stark zunehmen können.
Unsere Initiative Frauen und Parkinson schafft Sichtbarkeit für geschlechtsspezifische Unterschiede, will gezielte Forschung fördern und entwickelt bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für betroffene Frauen und weibliche Angehörige. Die Parkinson Stiftung versteht die Initiative als weiteres wichtiges Element in der Kommunikation zum Thema Parkinson.
„Die Parkinson Erkrankung äußert sich bei Frauen und Männern unterschiedlich. Warum das so ist, kann die Forschung bislang nur vermuten. Es ist daher wichtig, das wir die Forschung auch in diesem Bereich weiter vorantreiben."
Geschlechtsspezifische Unterschiede
Lange Zeit wurden geschlechtsspezifische Unterschiede bei Parkinson in der Forschung vernachlässigt. Noch immer fehlen ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse, etwa zu Hormongaben. Allerdings wissen wir heute: Eine gendersensible Medizin ist entscheidend für bessere Therapien.

Umso wichtiger ist es, dass die geschlechtsspezifischen Folgen von Parkinson in Forschung und Praxis zunehmend Berücksichtigung finden. Hier gibt es noch erschreckend große Lücken, die geschlossen werden müssen. Hinzu kommt, das betroffene Frauen so gut wie möglich darüber aufgeklärt werden, was sie selbst tun können, um das Leben mit Parkinson so gut es geht selbst zu gestalten.
Als Parkinson Stiftung stehen wir nicht nur am Weltfrauentag an der Seite der betroffenen Frauen und ihrer Familien und sind enger Partner der medizinischen Forschung. Wir investieren weiterhin in innovative Forschungsprojekte – damit Frauen mit Parkinson die Versorgung erhalten, die sie brauchen.
Lesen Sie auch unsere Information zum Internationalen Weltfrauentag.
Auch der Bundestag debattiert am 19. März anlässlich des Internationalen Frauentags über Gleichstellung.

Sie sind nicht alleine.
Der Austausch mit anderen betroffenen Frauen kann enorm helfen. Selbsthilfegruppen bieten Raum für Fragen, Erfahrungen und gegenseitige Unterstützung. Derzeit arbeiten wir an einer Broschüre zum Thema “Frauen und Parkinson”, die Sie bald bei uns als Publikation bestellen können.
Kennen Sie schon unseren Newsletter? Mit der Parkinson-News informieren wir Sie regelmäßig über neue Projekte, Forschungsvorhaben und Publikationen.
Gendersensible Medizin ist ein sehr wichtiges, bis jetzt leider vernachlässigtes Thema.
Zusammen mit der Wissenschaftlerin Dr. med. Katharina Rukavina, Parkinson-Kliniken Beelitz, sprechen wir über Besonderheiten, Herausforderungen und Perspektiven und fassen wichtige Informationen für Sie zusammen.
57 min.
Podcast “Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Parkinson”
Sie wünschen sich noch mehr Informationen zu diesem wichtigen Thema oder möchten auch gerne mal etwas hören zum Thema Frauen und Parkinson?
In einer unserer Podcast-Folgen widmet sich unsere Moderatorin Claudia Eyd dem Thema, wie personalisierte und geschlechtsspezifische Ansätze in der Parkinson-Therapie zu einer verbesserten Behandlung für Frauen und Männer führen können.
Weiterführende Informationen
Bovenzi, R., Simonetta, C. et al. (2026). Unveiling the Role of Sex Hormones and Reproductive Life Factors in Parkinson's Disease. International Parkinson and Movement Disorder Society.
Subramanian, I., Mathur, S. et al. (2022). Unmet Needs of Women Living with Parkinson’s Disease: Gaps and Controversies. Movement Disorders.
Marras, C., Saunders-Pullman, R. (2015). The Complexities of Hormonal Influences and Risk of Parkinson’s Disease. Mov Disord.
Pekkecchia, M. T. et al (2025) Gender Is the Main Predictor of Wearing-Off and Dyskinesia in Levodopa-Naïve Patients with Parkinson’s Disease. Movement Disorders.