
Die Parkinson Stiftung gibt die Vergabe ihrer Innovationspreise für 2025/2026 bekannt. Aus insgesamt 16 eingereichten Projektanträgen wurden drei herausragende Forschungsvorhaben ausgewählt, die mit einem Gesamtfördervolumen von 250.000 Euro unterstützt werden. Die Preise würdigen innovative Ansätze in der Parkinson-Forschung und unterstreichen das Engagement der Stiftung für wissenschaftlichen Fortschritt nach dem Motto „Forschen. Informieren. Betroffenen helfen."
Preis für Klinische Forschung – Versorgungsforschung
Der Innovationspreis für klinische Forschung geht an Prof. Dr. Inga Liepelt-Scarfone und Merle Bode MSc (Hertie Institut für klinische Hirnforschung und Eberhard Karls Universität Tübingen) für das Projekt „Efficacy of dual-task telerehabilitation to prevent worsening in activities of daily living in people with Parkinson's disease at high risk for dementia: A proof-of-concept study.“
Der mit 100.000 Euro dotierte Preis prämiert Vorhaben, die einen Impact in der Patientenversorgung haben und damit die eine wesentliche Verbesserung von Prävention, Therapie oder struktureller Versorgung der Parkinson-Krankheit bewirken können.
Preis für Präklinische Forschung – Grundlagenforschung
In der Kategorie Grundlagenforschung wurde PD Dr. med Michael Sommerauer und Dr. rer. nat. Dominic Gosejacob (Universitätsklinik Bonn und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen) mit dem Projekt „Moving Against Inflammation: Physical Activity as Early Intervention in iRBD“ ausgezeichnet.
Grundlagenwissenschaftliche Projekte sind an der Ursachenaufklärung orientiert. Mit dem Preisgeld von 100.000 Euro sollen Forschungsvorhaben prämiert werden, die in Modellsystemen biologische Mechanismen aufklären oder präventive bzw. therapeutische Strategien präklinisch untersuchen.
Forschungspreis Parkinson-Tremor
Der speziell ausgelobte Forschungspreis Parkinson-Tremor geht an Dr. Alona Shagan Shomron (Max Planck Institut für intelligente Systeme), Prof. Dr. Syn Schmitt (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Daniel Häufle (Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und Eberhard Karls Universität Tübingen) für das Projekt „Next generation of soft wearable assistive devices for tremor suppression based on electrohydraulic actuators.“
Prämiert wurde damit ein wissenschaftlich fundiertes Konzept zur symptomatischen Therapie des Parkinson-Tremors, das eine Alternative zur tiefen Hirnstimulation darstellen könnte.
Auswahlverfahren und Qualität
Der Wissenschaftliche Beirat der Parkinson Stiftung unter dem Vorsitz von em. o. Univ.-Prof. Dr. Werner Poewe bewertete alle Anträge umfassend hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität, ihres Innovationspotentials und der Erfüllung der Ausschreibungskriterien und reihte sie anschließend nach einem Punktesystem. Die drei ausgewählten Forschungsvorhaben haben jeweils den höchsten Score-Wert in der Gesamtbeurteilung ihrer jeweiligen Kategorie erreicht.
„Die hohe Qualität der eingereichten Projekte zeigt eindrucksvoll die Dynamik der deutschen Parkinson-Forschung", so Professor Jens Volkmann. „Die ausgewählten Vorhaben haben das Potenzial, wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie zu geben."
„Diese drei Projekte repräsentieren die Vielfalt und Innovation der aktuellen Parkinson-Forschung", erklärt Prof. Jens Volkmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. „Von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung decken wir das gesamte Spektrum ab, um Menschen mit Parkinson bestmöglich zu helfen."
Der Tremor gehört zu den charakteristischen Symptomen der Parkinson-Krankheit und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Während die tiefe Hirnstimulation bereits etablierte Therapieoption ist, sind alternative Behandlungsansätze von großer Bedeutung für Patient:innen, für die dieser Eingriff nicht geeignet ist.
Die Versorgungsforschung gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie den Brückenschlag zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der praktischen Patientenversorgung ermöglicht. Gleichzeitig bleibt die Grundlagenforschung unverzichtbar für das Verständnis der komplexen Krankheitsmechanismen und die Entwicklung innovativer Therapiekonzepte.