Aktiv bleiben mit Parkinson

Parkinson ist mehr als eine Bewegungsstörung – die Erkrankung beeinflusst den Alltag der Betroffenen in vielfältiger Weise: die Art, wie sie sich bewegen, wie sie ihre Hände einsetzen, wie sie sprechen und schlucken. Doch eines ist klar: Wer aktiv bleibt, kann seinen Alltag selbstbestimmt und mit mehr Lebensqualität gestalten. Verschiedene Maßnahmen abseits der medikamentösen Therapie spielen eine zentrale Rolle. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können dazu beitragen, motorische Fähigkeiten zu erhalten, die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und die Kommunikationsfähigkeit zu stärken.

Aktiv bleiben mit Parkinson

Es gibt eine Reihe aktivierenden Maßnahmen, die bei Parkinson sinnvoll sind.

Hintergrund

Was kann ich tun?

Bewegung hält mobil: Physiotherapeutische Übungen setzen gezielt an den motorischen Symptomen an. Übungen zur Gleichgewichtsschulung, Gangtraining und Kräftigung helfen Betroffenen, sicherer und selbständiger durch den Tag zu gehen – und das Sturzrisiko zu senken.

Der Alltag im Blick: Ergotherapeut:innen unterstützen dabei, alltägliche Handlungen – vom Anziehen bis zum Kochen – so lange wie möglich eigenständig ausführen zu können. Hilfsmittel, Anpassungen im Wohnumfeld und gezielte Übungen stärken die Handlungsfähigkeit und die Selbstständigkeit.

Stimme und Schlucken erhalten: Mit logopädischen Übungen können Sie gezielt Veränderungen in der Sprache, Stimme oder beim Schlucken entgehen wirken. Sprechübungen, Atemtechniken und spezielle Schlucktraining helfen, sich wieder sicher bei der Kommunikation zu fühlen und gut verstanden zu werden.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was diese drei unterstützenden Maßnahmen leisten können, was sie ausmacht und Sie finden hier auch beispielhafte Übungen oder weitere Angebote. Gemeinsam schaffen wir es, Parkinson erfolgreich zu begegnen und aktiv zu bleiben.

Physiotherapie

Bewegung in den Alltag einbauen

Die Parkinson-Erkrankung ist weit mehr als ein Zittern – sie greift tief in die Motorik, das Gleichgewicht und die Bewegungsfähigkeit des gesamten Körpers ein. Viele der typischen Beschwerden wie Gangstörungen, Haltungsinstabilität, Muskelsteifigkeit (Rigor) oder das plötzliche „Einfrieren" mitten in einer Bewegung (sog. Freezing) sprechen auf Medikamente oft nur unzureichend an. Genau hier setzt die Physiotherapie als eine der wichtigsten nicht-medikamentösen Behandlungssäulen an.

Ziel ist es, Kraft, Koordination, Beweglichkeit, Ausdauer und Balance zu erhalten und zu stärken – und damit die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu sichern. Physiotherapie kann den Krankheitsverlauf nicht stoppen, aber verlangsamen und die alltäglichen Bewegungsabläufe spürbar verbessern.

Wie läuft eine Physiotherapie bei Parkinson ab?

Am Anfang steht eine ausführliche Befundaufnahme: Die Physiotherapeut:in analysiert Gang, Haltung, Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit der betroffenen Person. Auf Basis dieser Einschätzung wird ein individueller Therapieplan erstellt – angepasst an das aktuelle Krankheitsstadium.

Die Übungen können Gleichgewichtstraining, Krafttraining, passive und aktive Dehnungen, aber auch Greifübungen, Atemtechniken und Übungen zur Muskelentspannung beinhalten. Für Parkinson-Patient:innen sind mehrere Trainingseinheiten pro Woche sinnvoll, ergänzt mit regelmäßigen Übungen zuhause. Wichtig ist dabei, dass die Physiotherapie dauerhaft und regelmäßig durchgeführt wird, nicht nur in Schüben. Viele Betroffene berichten, dass sie ihre Therapietermine möglichst in die „On-Phasen" legen – also in die Zeiten, wenn Ihre Parkinson-Medikamente am besten wirken. In diesen Phasen ist die Leistungsfähigkeit am höchsten und das Erlernen neuer Bewegungsstrategien fällt leichter.

Die Kosten für die Physiotherapie bei Parkinson können von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen werden.  Dafür benötigen Sie eine Verordnung Ihrer Hausärzt:in oder Neurolog:in. Alternativ - oder für zusätzliche Physiotherapiestunden - ist auch eine Selbstzahlung meist möglich.

Ziele der Physiotherapie sind unter anderem:

  • Verbesserung der Beweglichkeit und Mobilität
  • Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit
  • Reduktion von Sturzrisiken
  • Unterstützung der Haltungskontrolle und Gangstabilität
  • Förderung der Feinmotorik und Koordination
  • Verbesserung der Atemfunktion und Stimme
  • Entspannung und Stressreduktion

Workshop

Sie sind selbst Physiotherapeut:in und wollen sich weiter qualifizieren?

Dann besuchen Sie unseren Workshop “Physiotherapie bei Parkinson”

Weitere Informationen zum Workshop

Parkinson-Boxen

Wir qualifizieren

Boxen als Sportart ist besonders für Patient:innen mit Parkinson interessant, um mehr Beweglichkeit, Kraft und Stabilität in ihren Alltag zu integrieren. Da der Sport häufig in der Gruppe ausgeübt wird, stärkt es zudem den Zusammenhalt und gibt oft das Gefühl aktiv gegen die Erkrankung ankämpfen zu können #fightparkinson.

Wir führen regelmäßig eigene Trainer:innen-Workshops für Physiotherapeut:innen durch, um diese im Parkinson-Boxen zu qualifizieren.  

Sie sind betroffen und wollen selbst aktiv werden? In unserer Übersicht finden Sie erfahrene Physiotherapeut:innen, Fitnesstrainer, Ergotherapeut:innen und weitere sportliche Expert:innen, die unseren Trainerworkshop zu Boxen für Parkinson-Patient:innen absolviert haben und ihr Wissen in der Behandlung weitergeben.

Zu den Adressen

Logopädie

Logopädie bei Parkinson: Warum Sprech- und Schlückstörungen häufig unterschätzt werden und was die Therapie bewirken kann.

Ergotherapie

Ergotherapie bei Parkinson: Wie sie Alltagshandlungen, Feinmotorik und Selbstständigkeit fördert – und was Betroffene wissen sollten.